Kindheitserinnerungen

Die Jeans hat mich viele Jahre begleitet. Ich besitze kaum noch Fotos, denke aber, daß dies so war und bis heute ist, vorzugsweise schwarze Jeanshosen.
Auch als Kind mußten robuste Hosen sein, viele Stunden verbrachte ich in der Natur und auf einem Klapprad (erst später wechselte ich in den Keller über mit einem C64). Die Natur ist steinig und die Wege voller Äste, auch das Hochklettern von Bäumen scheuerte. Meine Mutter setzte so manchen Flicken.
Aber wenn ich schon Geschwister hatte, warum wurden entsprechende Flicken nicht von kaputten oder herausgewachsenen Kleidungsstücken entnommen?
Meine Mutter mochte es scheinbar, wenn Hosen aus dem gleichen Stoff bestanden. Anders ist es nicht zu erklären, daß sie für diese Flicken den Stoff der Hosentaschen benutzte. Was sich unangenehm bemerkbar machte, wenn man mal kurz was in die Potasche stecken wollte, dort jedoch keine vorfand. Es addierte sich zu dem Ärger, daß Mama auch konsequent die Vordertaschen zunähnte, sobald sich kleine Löcher im Taschenfutter entwickelten. Liebe Frauen, ich kann euren Ärger gut nachvollziehen, wenn ihr auf Designer schimpft, die Taschen in der Größe eines Kaugummipapiers für zumutbar halten.
Eine andere Jeans-Erinnerung ist die von kurzen Jeans-Hosen. Es war damals keine Schande, die ersten Lebenjahre kurze Hosen zu tragen und diese erst mit dem Rechenkasten abzulegen. Ich schwöre euch, ich trug nur Fransenjeans, die knapp über dem Knie endeten und dort in ca.3cm langen Fransen ausliefen. Ob in Form von Fäden oder liebevoll elternlich in 1cm breiten Streifen geschnitten wechselte sich ab.
Klar gab es auch die Jeansjacke, aber due hatte wenigstens den Parka und den Friesennerz als Konkurrenten.
Wenn ich schon bei den Nähkünsten meiner Mutter bin: mit feiner Nadel nähte sie Schottenkaros an die Seitennaht und Knöchel der Hosen meiner älteren Schwester, um aller welt zu zeigen: dies ist der größte Bay-City-Rollers Fan der Welt.

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